Erbrecht

 

 

Testament und Erbvertrag - die Erbfolge aktiv gestalten

Entspricht die gesetzliche Erbfolge nicht Ihren Vorstellungen, so ist die Errichtung eines Testaments oder ein Erbvertrag notwendig.

Die Testamentserrichtung sollte nicht auf den Lebensabend oder Krankheitsfall verschoben werden; gerade bei jungen Familien ist der Absicherungsbedarf für den Todesfall besonders hoch.

Nehmen Sie die Beratung eines Notars in Anspruch und lassen Sie Ihr Testament notariell beurkunden - dies ist der sicherste und auch ein kostengünstiger Weg, um Ihre individuellen erbrechtlichen Vorstellungen in die Tat umzusetzen.

Die am weitesten verbreitete Form einer letztwilligen Verfügung ist das Testament, dass der Erblasser jederzeit beliebig ganz oder in Teilen aufheben oder abändern kann. Daneben gibt es für Ehegatten und eingetragene Lebenspartner die Möglichkeit, ein gemeinschaftliches Testament zu errichten. Der typische Fall ist das sogenannte Berliner Testament.

Alternativ können Erblasser mit den künftigen Erben einen Erbvertrag abschließen, in dem die Erbfolge verbindlich festgelegt und grundsätzlich nicht mehr einseitig geändert werden kann. Besonders häufig finden Erbverträge bei nichtehelichen Lebensgemeinschaften Anwendung, da ein gemeinschaftliches Testament hier nicht zulässig ist. Für den Erbvertrag ist die notarielle Beurkundung zwingend vorgeschrieben.

Jedes Testament kann in privatschriftlicher Form errichtet werden. Es muss eigenhändig geschrieben und unterschrieben sein und soll den Ort und das Datum der Errichtung enthalten.

Die notarielle Beurkundung ist aber auch hier zu empfehlen, weil sie zahlreiche Vorteile aufweist:

  1. Es erfolgt eine umfassende Beratung durch den Notar, der zugleich für die juristisch exakte Formulierung des Testaments sorgt und damit Streitigkeiten nach Testamentseröffnung vermeidet.
  2. Durch die Hinterlegung des notariellen Testaments beim Amtsgericht wird sicher gestellt, dass es nach dem Tode des Erblassers tatsächlich aufgefunden wird.
  3. Wenn ein notarielles Testament vorliegt, kann für die Abwicklung des Erbfalles im Regelfall auf einen Erbschein verzichtet werden. Das spart Kosten, weil die Beur- kundungsgebühren für ein Testament geringer sind als die Gebühren, die für die Beantragung und Erteilung eines Erbscheines entstehen.
  4. Ist Grundbesitz vorhanden, kann die Berichtigung des Grundbuches auf den oder die Erben mit dem notariellen Testament und der Eröffnungsurkunde schnell erreicht werden.

Inhaltlich kann ein Testament oder Erbvertrag die verschiedensten Regelungen enthalten:

  • Die Einsetzung einer oder mehrerer Personen als Eben führt dazu, dass sie den gesamten Nachlass oder einen ideellen Anteil daran erhalten. Werden mehrere Erben eingesetzt, so können die Erbquoten beliebig festgelegt werden.
  • Soll eine Person einen bestimmten Vermögensgegenstand erhalten, z.B. das Hausgrundstück, so kann dies durch ein Vermächtnis angeordnet werden. Dadurch werden die Erben verpflichtet, den Gegenstand an die vom Erblasser bestimmte Person herauszugeben.
  • Neben der Festlegung der Erbquoten kann das Testament auch eine Teilungsanordnung enthalten, die den Erben vorschreibt, wie die einzelnen Nachlassgegenstände unter ihnen zu verteilen sind. So kann etwa bestimmt werden, dass bei der Aufteilung des Nachlasses die Ehefrau das Hausgrundstück und die Kinder das Barvermögen erhalten sollen.
  • Um die Ausführung dieser oder anderer testamentarischer Anordnungen zu gewährleisten, kann das Testament die Einsetzung eines Testamentsvollstreckers vorsehen. So kann einem Testamentsvollstrecker z.B. die Verwaltung der Erbschaft für minderjährige Erben anvertraut werden.

Die Kosten für ein notarielles Testament richten sich stets nach dem Reinvermögen des Erblassers. Die Höhe der Kosten wird dabei häufig überschätzt: Beträgt etwa das Vermögen des Erblassers nach Abzug der Schulden 50.000 Euro, so kostet ein Einzeltestament in den neuen Bundesländern einschließlich Mehrwertsteuer 138,00 Euro. Bei einem gemeinschaftlichen Testament betragen die Notargebühren 276,00 Euro.

 

Sollten Sie beabsichtigen, eine Beurkundung im Zusammenhang mit einer letztwilligen Verfügung vornehmen zu lassen, können Sie sich des Fragebogens zum Erbrecht bedienen. > Fragebogen für Testamente und Erbverträge <